Nach dem Schlaganfall
Wenn die Worte nicht mehr kommen.
Eine Aphasie ist kein Verlust an Verstand. Die Gedanken sind da – der Weg zur Sprache ist unterbrochen. Daran lässt sich arbeiten, auch Monate nach dem Ereignis.
Drei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden
Nach einem Schlaganfall ist die Sprache häufig betroffen – aber auf sehr unterschiedliche Weise. Die Unterscheidung ist keine Wortklauberei, sondern entscheidet darüber, woran gearbeitet wird.
Aphasie betrifft die Sprache selbst: Wörter sind nicht abrufbar, Sätze zerfallen, Gesagtes wird nicht verstanden, Lesen und Schreiben können ebenfalls betroffen sein. Das Denken ist dabei nicht beeinträchtigt – ein Missverständnis, unter dem Betroffene besonders leiden.
Dysarthrie betrifft das Sprechen: Die Sprache ist da, aber Zunge, Lippen, Gaumen und Atmung setzen sie nicht sauber um. Die Aussprache wird verwaschen, leise, monoton.
Sprechapraxie betrifft die Planung: Der Betroffene weiß, was er sagen will, und die Muskeln könnten es – aber die Ansteuerung misslingt. Typisch sind Suchbewegungen und Versuche, die beim zweiten Anlauf gelingen.
Häufig kommt eine Schluckstörung dazu. Auch diese wird von Logopäden behandelt.
Was betroffen sein kann
Drei Bereiche, oft in Kombination.
- AphasieSprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben sind betroffen
- DysarthrieDie Sprechmuskulatur arbeitet nicht mehr präzise – die Sprache wird undeutlich
- SprechapraxieDie Bewegungsplanung fürs Sprechen ist gestört
- DysphagieSchluckstörungen, oft in der ersten Zeit nach dem Ereignis
Was wir bieten
Alles unter einem Dach.
Nach einem Schlaganfall braucht es selten nur ein Heilmittel. Bei uns arbeiten Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie im selben Haus und stimmen sich direkt ab.
- Auch nach der RehaWenn die stationäre Behandlung endet, geht es hier weiter
- Angehörige einbeziehenKommunikation zu Hause gemeinsam gestalten
- HausbesucheWenn der Weg zu uns noch nicht geht
Wie eine Behandlung abläuft – und warum das hier zusammenläuft
Zuerst der Befund. Welche der drei Formen liegt vor, in welcher Ausprägung, und was gelingt bereits? Meist liegen Berichte aus Klinik und Reha vor – wir knüpfen an die vorangegangene Behandlung an.
Dann Arbeit am Alltag. Übungen zu Wortfindung, Satzbau, Verstehen, Lesen und Schreiben – aber immer mit Blick darauf, was der Mensch tatsächlich braucht. Wer wieder telefonieren möchte, übt anderes als jemand, der zuerst seine Enkel verstehen will.
Angehörige lernen mit. Wie stellt man Fragen? Wie viel Zeit lässt man? Wann hilft Ergänzen, wann ist es ein Übergriff? Diese Gesprächsregeln zu kennen, verändert den Alltag oft mehr als jede Übungseinheit.
Was das praktisch bedeutet. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie im selben Haus bedeutet für Sie: eine Anlaufstelle, die Möglichkeit, Termine abzustimmen, und Therapeut:innen, die Ziele und Behandlungsschwerpunkte gemeinsam mit Ihnen setzen.
So kommen Sie zu uns
Logopädie ist ein Heilmittel und wird ärztlich verordnet – von der Haus- oder Kinderärztin, aus der HNO, der Neurologie oder der Kieferorthopädie. Wir rechnen mit allen gesetzlichen Kassen ab.
Sie haben noch keine Verordnung? Melden Sie sich trotzdem. Wir sagen Ihnen, an wen Sie sich wenden und was auf dem Rezept stehen sollte.
Verordnungen kommen hier meist aus der Neurologie oder von der Hausarztpraxis.
Behandlung am Ernst-Abbe-Platz 3–4, Aufgang B · Hausbesuche möglich
Häufige Fragen
Wann sollte die Therapie beginnen?
So früh wie möglich – in der Regel schon in der Klinik, dann in der Reha, dann ambulant. Wichtig ist, dass danach keine Lücke entsteht: Melden Sie sich am besten, bevor die Reha endet.
Lohnt sich Therapie noch nach einem Jahr oder länger?
Ja. Die größten Verbesserungen passieren zwar in den ersten Monaten, aber auch danach sind Fortschritte gut belegt – besonders wenn gezielt an dem gearbeitet wird, was im Alltag gebraucht wird.
Können wir Physio, Ergo und Logopädie am selben Tag legen?
Wir versuchen es, und meistens gelingt es. Sagen Sie es bei der Terminvergabe gleich dazu, dann planen wir von vornherein so.