Tiergestützt · Logopädie in Jena
Logopädie mit Therapiehund
Unsere Logopädin arbeitet mit einem ausgebildeten Therapiebegleithund. Auf Wunsch ist er bei der Behandlung dabei – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen.
Warum ein Hund in der Sprachtherapie?
Logopädie verlangt etwas Unangenehmes: sprechen, obwohl das Sprechen gerade schwerfällt. Genau daran scheitern viele Stunden – nicht am Verfahren, sondern daran, dass ein Kind sich verweigert oder ein Erwachsener nach einem Schlaganfall die Anstrengung scheut.
Ein Hund verändert diese Ausgangslage. Er bewertet nicht, er wartet nicht ungeduldig auf das richtige Wort, und er ist ein Grund, überhaupt etwas zu sagen. Kinder erzählen dem Hund Dinge, die sie einer fremden Erwachsenen nicht erzählen würden. Sie lesen ihm vor, ohne auf Fehler zu achten. Sie geben Kommandos – und üben dabei genau die Laute, um die es geht.
Fachlich spricht man von tiergestützter Intervention. Der Hund ist dabei kein Behandlungsverfahren, sondern ein Zugang: Er senkt die Hürde, die vor der eigentlichen Therapie steht. Die logopädische Arbeit selbst bleibt dieselbe.
Für wen das gut passt
Erfahrungsgemäß profitieren besonders:
- Kinder, die nicht mitmachen wollenWenn Therapie bisher als Zwang erlebt wurde
- Schüchterne KinderDem Hund gegenüber fällt das Sprechen oft leichter
- Lesen übenVorlesen für einen Zuhörer, der nicht korrigiert
- Erwachsene nach SchlaganfallDie Stunde wird als weniger anstrengend erlebt
- Lange BehandlungswegeWenn die Motivation über Monate halten muss
Wie eine Stunde abläuft
Der fachliche Ablauf ändert sich nicht:
- BegrüßungDer Hund wird vorgestellt, Sie bestimmen die Nähe
- Der Hund hat eine AufgabeApportieren, Kommandos, gemeinsames Suchspiel
- Sprache ist der SchlüsselWer etwas will, muss es sagen – das ist die Übung
- RuhephasenAuch der Hund macht Pausen; das strukturiert die Stunde
- AbschlussVerabschiedung, dann Elterngespräch wie sonst auch
Rücksicht und Voraussetzungen
Der Hund kommt nur, wenn Sie es möchten. Sie entscheiden vor jedem Termin neu – auch mitten in einer laufenden Serie. Ein Nein braucht keine Begründung.
- Allergien: Sagen Sie uns vorher Bescheid. Dann findet die Behandlung ohne Hund statt.
- Angst vor Hunden: Ebenso – niemand muss sich überwinden. Wer möchte, kann sich langsam annähern; das entscheiden Sie.
- Andere Patientinnen und Patienten: Der Hund ist nur im Behandlungsraum, nicht im Wartebereich.
- Ausgebildet, nicht mitgebracht: Es handelt sich um ein geprüftes Mensch-Hund-Team, nicht um einen Privathund im Dienst.
[?] Name und Rasse des Hundes sowie die Stelle, bei der das Team geprüft wurde, tragen wir nach – das macht den Text deutlich konkreter.
So kommen Sie zu einem Termin
Logopädie ist ein Heilmittel und wird ärztlich verordnet – von der Haus- oder Kinderärztin, aus der HNO, der Neurologie oder der Kieferorthopädie. Die Begleitung durch den Hund kostet nichts extra; sie ist Teil der Behandlung.
Sagen Sie bei der Terminvereinbarung Bescheid, ob Sie den Hund dabeihaben möchten – oder ausdrücklich nicht. Beides ist völlig in Ordnung.
Behandlung ab 1. Oktober 2026 · Ernst-Abbe-Platz 3–4, Aufgang B · Hausbesuche möglich
Häufige Fragen
Kostet die Begleitung durch den Hund extra?
Nein. Sie ist Teil der logopädischen Behandlung und wird nicht gesondert berechnet.
Mein Kind hat Angst vor Hunden. Geht es trotzdem?
Ja, dann ohne Hund – ganz selbstverständlich. Wenn Ihr Kind sich langsam annähern möchte, kann das der Hund geduldig begleiten; entscheiden tun Sie und Ihr Kind.
Wir haben eine Hundehaarallergie.
Sagen Sie es bitte bei der Terminvereinbarung. Die Behandlung findet dann ohne Hund statt.
Ist der Hund während der ganzen Stunde dabei?
Meist nicht durchgehend. Er hat Aufgaben und Ruhephasen – das gibt der Stunde ohnehin eine gute Struktur.
Gilt das auch für Erwachsene?
Ja. Gerade nach einem Schlaganfall, wenn Sprechen anstrengend ist und die Behandlung über Monate geht, empfinden viele die Stunde mit Hund als angenehmer.
Ist das eine anerkannte Methode?
Tiergestützte Intervention ist ein etabliertes Vorgehen in Therapie und Pädagogik. Sie ist eine Ergänzung des Zugangs, kein eigenes Heilverfahren – die logopädische Behandlung selbst folgt den üblichen Standards.