Gesundheit gemeinsam entwickeln

Logopädie für Kinder

Wenn Sprache länger braucht.

Manche Kinder sprechen spät, manche undeutlich, manche verstehen mehr als sie sagen können. Wir schauen genau hin, statt abzuwarten – und beziehen Sie als Eltern von Anfang an ein.

Sprache entwickelt sich in Etappen – aber nicht bei jedem gleich schnell

Zwischen Kindern gibt es große Unterschiede. Das eine spricht mit achtzehn Monaten in Sätzen, das andere sagt mit zwei Jahren kaum ein Dutzend Wörter – und beides kann völlig unauffällig sein. Trotzdem gibt es Marken, an denen sich ablesen lässt, ob die Entwicklung ihren Weg geht.

Der häufigste Satz, den Eltern zu hören bekommen, lautet: Das gibt sich noch. Bei einem Teil der Kinder stimmt das. Bei einem anderen Teil geht wertvolle Zeit verloren. Der Unterschied lässt sich nicht am Bauchgefühl festmachen, sondern an einer Untersuchung – und die kostet Sie nicht mehr als einen Termin.

Warum das eilt: Sprache ist die Grundlage für fast alles, was danach kommt. Kinder, die sich schlecht verständlich machen können, ziehen sich häufig zurück, geraten in Streit, wirken trotzig oder unaufmerksam. In der Schule kommt Lesen und Schreiben dazu – und beides baut auf der gesprochenen Sprache auf. Früh anzusetzen ist deshalb keine Übervorsicht, sondern der kürzere Weg.

Wir behandeln Sprachentwicklungsstörungen, Aussprachestörungen, eingeschränkten Wortschatz, Schwierigkeiten mit Grammatik sowie Störungen des Sprachverständnisses – vom Kleinkindalter bis ins Jugendalter.

Auf Wunsch mit Hund. Unsere Logopädin arbeitet mit einem ausgebildeten Therapiebegleithund. Für Kinder, denen das Sprechen schwerfällt oder die der Termin zunächst überfordert, ist er häufig ein guter Einstieg. Ob er dabei ist, entscheiden Sie – bei Allergie oder Angst vor Hunden findet die Stunde ohne ihn statt. Mehr dazu →

Woran Eltern es merken

Typische Anlässe für eine Vorstellung.

Kein Grund zur Panik, aber ein Grund für einen Termin:

  • Wenig WörterMit zwei Jahren deutlich weniger als etwa fünfzig Wörter
  • Schwer verständlichFremde verstehen Ihr Kind kaum, obwohl es viel spricht
  • Laute fehlen oder werden ersetztZum Beispiel „Tuh" statt „Kuh"
  • Sätze bleiben kurzEndungen und kleine Wörter fehlen
  • Das Kind zieht sich zurückEs spricht wenig, weil Sprechen anstrengend ist

Wie wir arbeiten

Erst verstehen, dann behandeln.

Am Anfang steht die Diagnostik: Wir sehen uns an, was Ihr Kind schon kann und wo es hängt. Daraus wird ein Plan, der zum Alter und zum Alltag passt.

  • Spielerisch, nicht schulischKinder lernen Sprache in Handlung, nicht am Tisch
  • Eltern werden beteiligtSie bekommen konkrete Anregungen für zu Hause
  • Kita und Schule einbeziehenAuf Wunsch sprechen wir mit den Bezugspersonen
  • Auch vor OrtHausbesuche und Termine in Kita oder Schule sind möglich

Wie eine Behandlung abläuft

Erst die Diagnostik. Dafür brauchen wir ein bis zwei Termine. Dazu gehört ein ausführliches Gespräch mit Ihnen – Sie kennen Ihr Kind besser als jeder Test.

Dann ein Plan. Wir legen fest, woran wir arbeiten, in welcher Reihenfolge und woran wir merken, dass es wirkt. Sie bekommen das nicht als Fachchinesisch, sondern in Sätzen, die Sie zu Hause weitererzählen können.

Danach die Therapie. Ärztinnen und Ärzte verordnen Logopädie meist in Serien von etwa zehn Einheiten à 30 bis 45 Minuten, in der Regel einmal wöchentlich. Wie viele Serien es braucht, hängt vom Befund ab – das besprechen wir ehrlich, auch wenn die Antwort „das wird länger dauern“ lautet.

Und zwischendurch: Sie. Eine halbe Stunde pro Woche verändert wenig, wenn die restlichen 167 Stunden gleich bleiben. Deshalb bekommen Sie konkrete Anregungen für den Alltag – keine Hausaufgabenblätter, sondern Dinge, die beim Anziehen, Einkaufen und Vorlesen nebenbei passieren.

So kommen Sie zu uns

Logopädie ist ein Heilmittel und wird ärztlich verordnet – von der Haus- oder Kinderärztin, aus der HNO, der Neurologie oder der Kieferorthopädie. Wir rechnen mit allen gesetzlichen Kassen ab.

Sie haben noch keine Verordnung? Melden Sie sich trotzdem. Wir sagen Ihnen, an wen Sie sich wenden und was auf dem Rezept stehen sollte.

Bei Kindern verordnet meist die Kinderärztin, oft nach der Vorsorgeuntersuchung. Auch die HNO oder die Kieferorthopädie stellen Verordnungen aus.

Termin anfragen

Behandlung ab 1. Oktober 2026 · Ernst-Abbe-Platz 3–4, Aufgang B · Hausbesuche möglich

Häufige Fragen

Mein Kind ist erst zwei. Ist das nicht zu früh?

Nein. Mit zwei Jahren lässt sich gut einschätzen, ob ein Kind auf dem Weg ist oder Unterstützung braucht. Wenn alles in Ordnung ist, sagen wir Ihnen das – und Sie haben Gewissheit statt Sorge.

Wie lange dauert eine Therapie?

Das hängt vom Befund ab. Manche Aussprachestörungen sind nach wenigen Monaten erledigt, umfassende Sprachentwicklungsstörungen brauchen länger. Nach jeder Serie sprechen wir über den Stand, statt stillschweigend weiterzumachen.

Muss ich als Elternteil dabei sein?

Bei kleinen Kindern in der Regel ja, später meist zum Schluss der Stunde. Wir wollen, dass Sie mitbekommen, woran wir arbeiten – sonst funktioniert der Teil zu Hause nicht.

Mein Kind wächst mehrsprachig auf. Ist das ein Problem?

Mehrsprachigkeit ist keine Ursache für eine Sprachstörung. Sie macht die Beurteilung aber aufwändiger, weil wir beide Sprachen in den Blick nehmen müssen. Sprechen Sie zu Hause weiter die Sprache, in der Sie sich wohlfühlen – das ist für Ihr Kind die bessere Grundlage.